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Carlo Lucarelli
Freie Hand für De Luca und Der trübe
Sommer
- Zwei Fälle für Commissario De Luca
Doppelband
Original: Carta Bianca und L'Estate
Torbida
Piper TB
ISBN 3-492-23762-2
Freie Hand für De Luca
Eine norditalienische Stadt im April
1945,
kurz vor dem Einmarsch der Alliierten.
Wenige Stunden vor dem Zusammenbruch
wird
Commissario De Luca mit der Lösung
des Mordes
an dem Lebemann und Frauenhelden Vittorio
Rehinard beauftragt.
Doch etwas in der Sache ist faul, denn
die
faschistischen Machthaber lassen bei
der
Ermittlung "Freie Hand für De
Luca".
Der trübe Sommer
Nur wenige Monate später sind die Faschisten
bereits besieht und De Luca ist unterwegs
nach Rom. Es liegt ein Gewitter in
der Luft,
und die Straße ist staubig, als ihn
Brigadiere
Leonardi anspricht und um Hilfe bittet.
Widerwillig folgt De Luca dem Brigadiere
ins Dorf und begleitet ihn zum Tatort
eines
schauerlichen Verbrechens, dem einen
ganze
Familie zum Opfer gefallen ist.
In der zum Zerreißen gespannten Atmosphäre
zwischen Partisanen und Polizei, zwischen
den abwartenden Menschen im Dorf und
dem
mißtrauisch beäugten Fremden De Luca
versuchen
die beiden auf sich allein gestellten
Kommissare
einen Fall zu lösen, von dem niemand
zu wissen
scheint, ob es sich um bloße Rache
oder um
eine politische Verschwörung handelt.
Rezension:
Freie Hand für De Luca
1945 in Italien. Zwischen Bomben, Gestapo
und Partisanen muss Kommissar de Luca
"ganz
normal" einen Mord an einem "italienischen
Staatsbürger" aufklären, der erstochen
und kastriert wurde.
De Luca schläft nicht und isst nichts,
ist
Tag und Nacht von seiner Arbeit besessen.
"Heutzutage gibt es keine anständigen
Mädchen mehr...daran ist der Krieg
schuld",
sagt Polizeimeister Pugliese. De Luca
verhört
viele "von diesen" Frauen,
schließlich
war der Tote ein Liebhaber, der etwas
konnte,
was nicht jeder Mann kann...
De Luca wird öfters rot und das ist
fast
das einzig Menschliche, was der Leser
in
diesem Fall dem Kommissar entlocken
kann.
Nur bei der "Hexe" entspannt
sich
de Luca inmitten diesem ganzen politischen
Durcheinander etwas...
Ohne sprachliche Schnörkel ist dieser
Roman
wie ein Vorwort für den sehr viel freier
erzählten spannenderen Roman "Der
trübe
Sommer." Im Anhang erhellt Kathrin
Schaffner
den historischen Hintergrund dieses
Italiens
im Zweiten Weltkrieg.
Ein Buch für geschichtlich Interessierte,
nicht ohne Humor und sicher ein Buch
zum
wieder lesen. Übersetzt von Susanne
Bergius.
K. Ara
***
Der trübe Sommer Hinter dem harmlosen
Titel
verbirgt sich ein heikler, verzwickter
Fall
für Exkommissar de Luca. Ameisen beobachtend,
die aus einer Mine kriechen, wird er
zur
Aufklärung der Morde an einer ganzen
Familie
geholt. Ausnahmsweise soll es sich
kurz nach
Beenden der faschistischen Regierung
nach
1945 in Italien nicht um politische
Morde
handeln. Brigadiere Leonardi, der auf
eine
schnelle Beförderung hofft, braucht
den unter-falschem-Namen-lebenden
de Luca, weil er selbst Anfänger bei
der
Polizei ist.
Es folgen witzige und kunstvoll gemachte
Situationen. Erst enttarnt Leonardi
de Luca
und dann dürfen wir mit Leonardi zusammen
einen Anfängerkurs in Morduntersuchung
machen.
Zitat S.37: "Heilige Jungfrau
Maria,
ich muss noch viel lernen..."
Staubtrocken ist Lucarellis Humor und
sehr
subtil. Haben wir Leser doch immer
die politische
Dimension im Nacken. De Luca wird hier
plastischer,
menschlicher als im ersten Fall "Freie
Hand für De Luca (indem er noch unter
der
faschistischen Regierung ermittelt).
Er darf träumen, auch wenn es kafkaeske
Alpträume
sind. Seine Ess- und Schlafstörung
hat er
noch, und wird er angesichts der Ermittlungen
auch nicht so schnell los. Gegen Ende
muss
er sich in einem ehemaligen Partisanenverschlag
verstecken mit Hilfe der "Tedeschina",
die eigentlich Francesca heisst, deren
Haare
aber gestutzt wurden, weil sie sich
mit einem
Deutschen eingelassen hat.
Auf wenigen Seiten entfaltet sich ein
spannender
Fall, poetisch geschrieben (und von
Barbara
Krohn, die sich ja selbst als Krimiautorin
einen Namen gemacht hat, wunderbar
übersetzt).
Geschichtsbildung und Unterhaltung
zugleich.
Und das von einem, der 1960 geboren
wurde.
Großartig!
K. Ara
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